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Eigentumswohnung kaufen Checkliste: 10 Prüfpunkte für 2026

Eigentumswohnung kaufen Checkliste mit 10 Prüfpunkten: Dokumente, Grundbuch, Hausgeld und Verhandlungshebel vor dem Notartermin prüfen.

Eigentumswohnung kaufen Checkliste: 10 Prüfpunkte für 2026

Du hast den Besichtigungstermin hinter dir, das Exposé wirkt stimmig, und trotzdem liegt die eigentliche Entscheidung noch vor dir. Genau jetzt trennt sich die hübsche Wohnung von der belastbaren Eigentumswohnung. Wer die Unterlagen nur sammelt, zahlt oft später drauf. Wer sie in der richtigen Reihenfolge prüft, sieht vor dem Notartermin, wo noch Spielraum für eine Kaufpreisminderung, einen Einbehalt oder eine klare Vertragsklausel besteht.

Bei einer Eigentumswohnung kaufen Checkliste zählt nicht nur, was in den Papieren steht, sondern auch, wann es auftaucht und was es beweist. Die Prüfung beginnt nicht mit dem Energieausweis und endet nicht beim Grundbuch, sondern läuft vom rechtlichen Fundament über die Gemeinschaft bis zur Kostenfrage. Gerade weil Wohnungseigentum immer auch einen ideellen Anteil am Gemeinschaftseigentum bedeutet, reichen Besichtigung und Exposé nie aus. Maßgeblich sind die Unterlagen, die zeigen, wie die Gemeinschaft funktioniert, welche Kosten drohen und wer am Ende für welche Reparatur geradesteht, denn genau dort entstehen die Verhandlungspunkte vor der Beurkundung.

1. Teilungserklärung und Gemeinschaftsordnung

Der erste harte Prüfpunkt ist die Teilungserklärung zusammen mit der Gemeinschaftsordnung. Sie legen fest, was Sondereigentum ist, was zum Gemeinschaftseigentum gehört und welche Regeln im Haus gelten. Ohne diese Unterlagen bleibt unklar, ob der Balkon wirklich zur Wohnung gehört, ob ein Kellerabteil nur zugeordnet ist oder ob eine Nutzung nur mit Zustimmung der Gemeinschaft zulässig ist.

Worauf du beim Abgleich achten solltest

Praktisch entscheidend ist der Abgleich mit dem Aufteilungsplan und dem Grundbuch. Stimmen die Miteigentumsanteile, die Wohnfläche und die tatsächliche Zuordnung von Räumen und Sondernutzungsrechten nicht sauber überein, ist das kein Schönheitsfehler, sondern ein Warnsignal. Dasselbe gilt bei Nachträgen und Änderungsbeschlüssen, die im Datenraum fehlen oder nicht zur aktuellen Fassung passen.

Praxisregel: Wenn Teilungserklärung, Nachträge und Grundbuch nicht dieselbe Sprache sprechen, verhandle erst weiter, wenn die Abweichung erklärt ist.

Für Käufer ist das auch ein Hebel in der Verhandlung. Fehlen Nachträge, sind Nutzungseinschränkungen offen oder sind Zustimmungspflichten bei Verkäufen vorgesehen, sollte der Verkäufer die Unterlagen vollständig nachreichen, bevor du zusagst. Eine saubere Dokumentenlage ist hier oft mehr wert als ein kleiner Preisnachlass, weil sie spätere Konflikte verhindert.

Ein typisches Beispiel ist eine Wohnung mit Dachterrasse, bei der die Fläche im Exposé großzügig wirkt, die Gemeinschaftsordnung die Nutzung aber nur eingeschränkt regelt. Dann brauchst du Klarheit, bevor du unterschreibst. Auch Abweichungen zwischen MEA und tatsächlicher Wohnfläche solltest du ernst nehmen, weil sie später das Hausgeld und die Kostentragung beeinflussen können.

Eine Frau plant den Kauf einer Eigentumswohnung mit Grundrissen, Skizzen und Schlüsseln auf ihrem Schreibtisch.

2. Grundbuchauszug, Vorkaufsrechte, Erbbaurecht und Grundschulden

Als Nächstes gehört der aktuelle Grundbuchauszug auf den Tisch. Er zeigt, wem die Wohnung gehört und welche Rechte oder Belastungen daran hängen. Wer hier nur auf die Eigentümerzeile schaut, prüft zu wenig, denn die eigentlichen Risiken stehen häufig in den weiteren Abteilungen.

Belastungen sauber auseinanderziehen

Abteilung II und III sind der Teil, der im Kaufprozess oft den größten Unterschied macht. Dort können Rechte Dritter, Beschränkungen und Grundpfandrechte stehen, die vor dem Notartermin geklärt sein müssen. Die Löschung von Grundschulden sollte so geregelt werden, dass sie erst gegen Kaufpreiszahlung über den Notar erfolgt. Für den Hintergrund dazu hilft auch ein Blick auf die strukturierte Erklärung zur Grundschuld im Grundbuch.

Vor allem bei älteren Objekten lohnt sich die Frage, ob noch Rechte im Grundbuch stehen, die wirtschaftlich längst erledigt wirken, rechtlich aber weiter bestehen.

Zusätzlich können Vorkaufsrechte oder ein Erbbaurecht den Kauf beeinflussen. Beim Erbbaurecht gehört das Grundstück nicht dem Wohnungseigentümer, deshalb musst du Restlaufzeit, Erbbauzins und mögliche Anpassungsklauseln verstehen. Das ist kein Randthema, sondern bestimmt direkt, wie tragfähig der Kauf wirklich ist.

Der konkrete Verhandlungspunkt ist hier meist der Vertragstext. Wenn ein Grundpfandrecht gelöscht werden muss, sollte der Notar die Abwicklung eindeutig regeln. Wenn das Objekt auf Erbbaurecht steht, ist eine andere Risikologik nötig als bei normalem Volleigentum. Und wenn ein gemeindliches Vorkaufsrecht im Raum steht, muss der Notar die Anfrage meist ohnehin anstoßen, bevor du endgültig planst.

3. Eigentümerversammlungen, Beschlusssammlung und Verwaltung

Die nächsten Unterlagen zeigen nicht den rechtlichen Besitz, sondern das Verhalten der Gemeinschaft. Protokolle der Eigentümerversammlungen und die Beschlusssammlung verraten, ob im Haus Ruhe herrscht oder ob Sanierungen, Streit und Sonderumlagen bereits aufgelaufen sind. Gerade bei Eigentumswohnungen ist das oft der Abschnitt, in dem der wahre Charakter eines Objekts sichtbar wird.

Beschlüsse lesen, nicht nur abheften

Wichtig ist nicht nur, ob Protokolle da sind, sondern was darin steht. Achte auf beschlossene, aber noch nicht umgesetzte Maßnahmen, auf angefochtene Beschlüsse und auf Formulierungen, die auf spätere Zahlungspflichten hindeuten. Wenn die Beschlusssammlung unvollständig ist oder Protokolle fehlen, sollte der Verwalter sie nachreichen, bevor du eine Entscheidung triffst.

Die Qualität der Verwaltung zeigt sich ebenfalls in diesen Unterlagen. Ein Verwaltervertrag mit ungewöhnlichen Sondervergütungen oder schwacher Dokumentation kann ein Hinweis darauf sein, dass die Gemeinschaft organisatorisch nicht sauber aufgestellt ist. In der Praxis macht das einen Unterschied, weil schlechte Vorbereitung oft zu langsamen Beschlüssen und teureren Folgeschäden führt.

Wer nur auf das Objekt schaut, übersieht den eigentlichen Motor der Kosten. Die Gemeinschaft entscheidet über Sanierungstempo, Rücklagenpolitik und Streitpotenzial.

Auch die Stimmrechtsverhältnisse gehören hierher. Wenn wenige Eigentümer viel Gewicht haben, kann das Beschlussfassungen blockieren oder in eine Richtung drücken, die für Käufer ungünstig ist. Ein kurzes Gespräch mit dem Verwalter hilft oft mehr als seitenlange Protokolle, weil du damit offene Baustellen schneller einordnest.

4. Hausgeldabrechnung, Wirtschaftsplan und Instandhaltungsrücklage

Jetzt wird es finanziell konkret. Das Hausgeld deckt die laufenden Kosten der Gemeinschaft, der Wirtschaftsplan zeigt die Kalkulation für das Folgejahr, und die Jahresabrechnung macht sichtbar, was im Vorjahr tatsächlich passiert ist. Zusammen mit der Instandhaltungsrücklage entsteht daraus das Bild, ob das Haus nur ordentlich verwaltet wird oder ob ein Kostenstau entsteht.

Die Zahlen richtig lesen

Der entscheidende Fehler vieler Käufer ist, Hausgeld nur als Monatsbetrag zu betrachten. Sinnvoller ist der Blick auf die Entwicklung, auf Rückstände und auf die Frage, ob die Rücklage zur Gebäudeart und zum Sanierungsstand passt. Dazu gehört auch, offene Forderungen gegen den Voreigentümer zu prüfen, weil sie die wirtschaftliche Lage der Gemeinschaft indirekt belasten können.

Wenn du Kennzahlen bewertest, nimm das Hausgeld nicht isoliert, sondern im Verhältnis zur Lage und zum Zustand des Gebäudes. Ein niedriges Hausgeld kann attraktiv wirken, wenn aber kaum Rücklage vorhanden ist, kaufst du möglicherweise spätere Sonderlasten mit. Umgekehrt ist ein höheres Hausgeld nicht automatisch schlecht, wenn damit sauber gewirtschaftet und planmäßig modernisiert wird.

Dafür ist die Dokumentenlage entscheidend. Die Jahresabrechnung zeigt Abweichungen, der Wirtschaftsplan zeigt Erwartungswerte, und die Rücklage zeigt den Puffer. Wer diese drei Bausteine nebeneinanderlegt, sieht schneller, ob der Preis zum Objekt passt. Für die strukturierte Prüfung einzelner Kostenblöcke hilft der Überblick aus der Hausgeldabrechnung richtig prüfen.

5. Sonderumlagen und anstehende Instandhaltungen

Sonderumlagen sind der Punkt, an dem aus Papier reale Zahlungspflichten werden. Sie entstehen, wenn die Rücklage für größere Maßnahmen nicht reicht oder wenn die Gemeinschaft Sanierungen beschließt, die zusätzlich finanziert werden müssen. Besonders relevant sind Dach, Fassade, Balkone, Aufzug und Heizung.

Den wirtschaftlichen Treffer vor dem Kauf erkennen

Hier zählt nicht nur, ob eine Sonderumlage schon beschlossen wurde, sondern auch, ob sie nur angekündigt oder bereits durch Rücklagen gedeckt ist. Wenn ein Beschluss vorliegt, aber die Zahlung noch nicht fällig ist, kann die Kostenfrage nach dem Eigentumsübergang schnell Streit auslösen. Genau deshalb sollte der Kaufvertrag ausdrücklich regeln, wer solche Beträge trägt.

Verhandlungspunkt: Beschlossene, aber noch nicht fällige Sonderumlagen gehören in die Vertragsklausel. Ohne diese Regelung landet die Diskussion oft beim Notar zu spät.

Für Käufer ist auch die Gesprächsbereitschaft des Verwalters wichtig. Wer früh nach geplanten Maßnahmen und Kostenschätzungen fragt, kann besser einschätzen, ob ein Einbehalt oder ein Preisabschlag vernünftig ist. Bei größeren Sanierungen ist das oft der stärkste Hebel, weil du die Zahlungslast nicht wegdiskutieren kannst, sondern nur sauber zuordnen musst.

Ein gesundes Bauchgefühl reicht hier nicht. Eine hohe Rücklage klingt gut, kann aber bei einem sanierungsbedürftigen Haus trotzdem unzureichend sein. Entscheidend sind die bekannten Maßnahmen, die Beschlusslage und die Frage, ob die Gemeinschaft weitere Kosten tatsächlich tragen kann.

6. Energieausweis und energetischer Zustand

Der Energieausweis ist mehr als Pflichtpapier. Er zeigt, wie das Gebäude energetisch dasteht und welche Richtung die laufenden Kosten und künftigen Modernisierungen nehmen können. Bei Eigentumswohnungen bezieht er sich meist auf das gesamte Gebäude, nicht nur auf deine Einheit.

Verbrauch, Technik und Realität zusammenbringen

Wichtig ist der Abgleich mit der Heizungsart und mit dem tatsächlichen Zustand des Hauses. Ein Ausweis allein sagt noch nicht, wie gut das Objekt wirklich funktioniert, aber er zeigt, ob die Gebäudehülle und die Technik eher modern oder eher belastet wirken. Wenn der Verbrauch im Alltag sichtbar anders wirkt als der Ausweis, ist das ein Gesprächsanlass, kein Schönrechnen.

Auch die kommunale Wärmeplanung kann relevant sein, wenn du die mittelfristige Entwicklung einschätzen willst. Das ist kein sofortiger Dealbreaker, aber ein Baustein für die Frage, ob du jetzt kaufst oder lieber mit Preisnachlass verhandelst. Besonders bei älteren Häusern mit schwacher Hülle und alter Heizung sollte der energetische Zustand nicht als Randnotiz behandelt werden.

Die beste Praxis ist simpel. Energieausweis, Heizungsunterlagen und sichtbarer Zustand müssen zusammenpassen. Wenn das nicht der Fall ist, gehört die Abweichung in die Verhandlung, nicht erst nach dem Kauf in deine Kostenliste.

7. Mietverhältnisse, Mieterliste und Mietrendite

Wenn die Wohnung vermietet ist, kaufst du nicht nur Quadratmeter, sondern einen laufenden Vertrag. Mieterliste und Mietverträge zeigen, welche Miete tatsächlich fließt, wie lang die Bindung läuft und welche Sonderregeln gelten. Abweichungen zwischen Liste und Vertrag wirken sich direkt auf Rendite und Preis aus.

Ist-Miete und Soll-Miete nebeneinander legen

Die Mieterliste sollte mit jedem einzelnen Vertrag übereinstimmen. Stimmen Fläche, Mietbeginn, Nebenkosten und Nebenabreden nicht, musst du den wirtschaftlichen Effekt beziffern, bevor du unterschreibst. Kleine Abweichungen sehen im Alltag harmlos aus, ändern aber schnell die Bewertung, wenn du die Wohnung als Kapitalanlage kaufst.

Auch Mietminderungen und Sondervereinbarungen gehören auf den Tisch. Wenn ein Vertrag leistungsgemindert ist oder eine niedrigere Ist-Miete faktisch dauerhaft gilt, dann ist das kein Nebendetail. Es beeinflusst den Kaufpreisfaktor genauso wie deine Finanzierung.

Ein sauberer Käufer rechnet deshalb nicht nur die aktuelle Miete, sondern auch die realistische Marktmiete gegen. Erst dann wird sichtbar, ob der Objektpreis tragfähig ist oder ob du mit einem Abschlag nachverhandeln solltest. Wer hier unsauber prüft, übernimmt leicht eine Rendite, die auf dem Papier besser aussieht als im Bestand.

8. Baulasten, Bauakte und Baugenehmigungen

Baulasten stehen nicht im Grundbuch, und genau das macht sie so tückisch. Sie liegen im Baulastenverzeichnis und können den Nutzungsspielraum eines Objekts einschränken, obwohl im Grundbuch selbst nichts Auffälliges steht. Die Bauakte wiederum zeigt, was genehmigt wurde und was tatsächlich gebaut ist.

Genehmigt ist nicht immer gebaut, und gebaut ist nicht immer genehmigt

Der kritische Abgleich beginnt mit den Plänen. Stimmen Grundrisse aus dem Exposé mit den genehmigten Unterlagen nicht überein, musst du nachfragen. Nicht genehmigte Ausbauten, etwa im Dachgeschoss, können Rückbau- oder Nachrüstpflichten auslösen, und das ist ein echter Preishebel.

Wenn ein Raum gut aussieht, aber die Genehmigung fehlt, ist nicht die Optik das Problem. Dann ist der rechtliche Status das Problem.

Die Bauakteneinsicht und die Baulastenauskunft beim zuständigen Bauamt sind deshalb kein Formalismus. Sie schützen dich davor, eine Fläche zu kaufen, die wirtschaftlich wertvoll wirkt, rechtlich aber angreifbar ist. Wenn Zweifel bleiben, sollte ein Bausachverständiger draufschauen, bevor du weiter verhandelst.

Verhandlungsspielraum entsteht hier oft durch klare Dokumentation. Wenn die Abweichung belegt ist, kannst du über Kaufpreisminderung oder Haftungsregelungen sprechen, statt im Nachhinein über Mängel zu streiten. Ein sauberer Befund ist oft mehr wert als eine vage Zusage des Verkäufers.

9. Wohnflächenberechnung und Exposé-Abgleich

Die Wohnfläche ist ein Preisanker. Sie beeinflusst den Quadratmeterpreis, das Hausgeld und bei vermieteten Einheiten auch die Mieteinnahmen. Deshalb darfst du die Angaben aus Exposé, Teilungserklärung und Mietvertrag nie getrennt lesen.

Flächenangaben konsequent nebeneinanderlegen

Der wichtigste Schritt ist der Dreifachabgleich. Wenn die Angaben voneinander abweichen, musst du die Berechnungsgrundlage klären und die Differenz dokumentieren. Balkone, Keller oder Dachschrägen werden oft unterschiedlich bewertet, und genau dort entstehen die typischen Reibungen.

Orientierungswert: Bei größeren Flächenabweichungen wird oft über Kaufpreisanpassungen gesprochen. Entscheidend ist aber immer, wie gut die Abweichung dokumentiert ist.

Wichtig ist, dass die Berechnungsgrundlage später auch im Kaufvertrag auftaucht. Dann hast du nicht nur einen Verdacht, sondern einen festgehaltenen Bezugspunkt für die Verhandlung. Wer das versäumt, merkt die Differenz oft erst nach der Beurkundung, wenn der Hebel weg ist.

In der Praxis ist das ein Bereich, in dem Käufer schnell zu großzügig werden. Eine attraktive Wohnung wirkt oft größer, als sie rechtlich gerechnet ist. Genau deshalb muss die Fläche nicht nur ungefähr stimmen, sondern nachvollziehbar belegt sein.

10. Lage, Marktwert und Kaufpreisfaktor

Am Ende muss der Preis zur Lage passen. Die Mikrolage entscheidet über Alltag und Vermietbarkeit, die Makrolage über die langfristige Entwicklung. Dazu kommt der Kaufpreisfaktor, der dir zeigt, wie der Preis im Verhältnis zur Miete steht.

Preis, Risiko und Zukunft gemeinsam bewerten

Der Kaufpreisfaktor ist kein Selbstzweck, sondern eine Plausibilitätsprüfung. Wenn du ihn mit der Ist-Miete und einer realistischen Marktmiete berechnest, bekommst du ein klareres Bild, ob das Objekt marktgerecht wirkt. Der Vergleich mit dem Bodenrichtwert hilft zusätzlich dabei, das Umfeld einzuordnen.

Auch die Lage sollte nicht aus dem Bauch beurteilt werden. Verkehrsanbindung, Lärm, Infrastruktur und Entwicklungsperspektiven gehören zusammen. Für Starkregen- und Hochwasserrisiken lohnt der Blick in die Karten der Länder, weil solche Themen den Wert ebenso beeinflussen können wie ein schöner Hof oder ein guter Grundriss.

Für den Abgleich von Marktwert und Objektlogik ist der Preis nur dann überzeugend, wenn auch die Unterlagen stimmen. Genau an dieser Stelle bündelt sich die gesamte Prüfung aus den vorherigen Punkten. Wer hier sauber arbeitet, erkennt oft, ob eine Wohnung günstig, fair oder einfach nur riskant bepreist ist. Einen kompakten Einstieg in die gesamte Prüfstrategie findest du auch auf der Startseite von leveragedd.

Vergleich der 10 wichtigsten Prüfpunkte beim Eigentumswohnungskauf

Prüffeld🔄 Prüfaufwand📋 Benötigte Unterlagen und Ressourcen📊 Erwartete Erkenntnisse und Nutzen💡 Besonders wichtig bei
Teilungserklärung und GemeinschaftsordnungHoch: Nachträge und juristische Regelungen abgleichenTeilungserklärung, Gemeinschaftsordnung, Grundbuch⭐ Klärt Eigentumsgrenzen, Rechte, Pflichten und KostenverteilungUmbauplänen, Sondernutzungsrechten oder unvollständigen Unterlagen
Grundbuch, Vorkaufsrechte, Erbbaurecht und GrundschuldenMittel bis hoch: Eintragungen und Löschungen prüfenAktueller Grundbuchauszug, gegebenenfalls Auskunft der Gemeinde und Notar⭐ Zeigt Eigentum, Belastungen und Rechte Dritter; unterstützt die Vertrags- und FinanzierungsplanungErbbaurecht, eingetragenen Belastungen oder möglichem Vorkaufsrecht
Eigentümerversammlungen, Beschlusssammlung und VerwaltungMittel: Protokolle mehrerer Jahre und Beschlüsse vergleichenVersammlungsprotokolle, Beschlusssammlung, Verwaltervertrag📊 Zeigt geplante Maßnahmen, Konflikte und die Funktionsfähigkeit der GemeinschaftGeplanten Sanierungen, Rechtsstreitigkeiten oder auffälligen Beschlüssen
Hausgeldabrechnung, Wirtschaftsplan und InstandhaltungsrücklageMittel: Kosten und Rücklagenentwicklung auswertenWirtschaftspläne, Jahresabrechnungen, Rücklagenstand📊 Macht laufende Kosten, Rückstände und das Risiko künftiger Sonderumlagen sichtbarBudgetplanung und Einschätzung des baulichen Erhaltungszustands
Sonderumlagen und anstehende InstandhaltungenHoch: Maßnahmen, Kosten und Zuständigkeiten bewertenBeschlüsse, Kostenvoranschläge, Gutachten, Verwalterauskünfte⭐ Deckt mögliche Zusatzkosten auf und schafft Ansatzpunkte für Preisverhandlung oder VertragsregelungenBeschlossenen oder geplanten Großsanierungen und sichtbaren Bauschäden
Energieausweis und energetischer ZustandNiedrig bis mittel: Kennwerte mit Gebäudezustand abgleichenEnergieausweis, Angaben zu Heizung, Dämmung und Verbrauch⚡ Ermöglicht eine erste Einschätzung von Energieeffizienz und möglichen ModernisierungskostenHohem Energieverbrauch oder absehbarem Heizungs- und Sanierungsbedarf
Mietverhältnisse: Mieterliste, Mietverträge und MietrenditeMittel: Angaben und Vertragsbedingungen einzeln abgleichenMieterliste, Mietverträge, Mietabrechnungen, örtlicher Mietspiegel📊 Zeigt Ist-Miete, Einschränkungen und mögliche Abweichungen bei Rendite und KaufpreisVermieteten Wohnungen und geplanter Kapitalanlage
Baulasten, Bauakte und BaugenehmigungenHoch: Behördenauskünfte und Pläne prüfenBaulastenauskunft, Bauakte, genehmigte Pläne, gegebenenfalls Sachverständiger⭐ Klärt die genehmigte Nutzung und kann rechtliche oder bauliche Risiken aufdeckenUmbauten, Nutzungsänderungen oder Abweichungen vom genehmigten Zustand
Wohnflächenberechnung und Exposé-AbgleichMittel: Flächenangaben und Berechnungsgrundlagen vergleichenWohnflächenberechnung, Exposé, Mietvertrag, Teilungserklärung, Aufteilungsplan📊 Verbessert die Vergleichbarkeit und hilft, eine mögliche Überzahlung zu erkennenUnstimmigen Flächenangaben oder auffälligem Kaufpreis je Quadratmeter
Lage, Marktwert und KaufpreisfaktorMittel: Vergleichsdaten und Standortmerkmale recherchierenBodenrichtwert, Mietdaten, Vergleichsobjekte, Standort- und Gefahrenkarten📊 Unterstützt die Einschätzung von Marktpreis, Vermietbarkeit und StandortrisikenKaufpreisverhandlung, Renditeprüfung und langfristiger Wiederverkaufsplanung

Mit dieser Checkliste sicher zum Notartermin

Wer die Unterlagen in dieser Reihenfolge prüft, erkennt Lücken, Belastungen und Kostenrisiken, solange noch verhandelt werden kann. Der Vorteil liegt nicht im Sammeln möglichst vieler Dateien, sondern im sauberen Abgleich von Recht, Technik und Geld. Genau daraus entsteht die Verhandlungsbasis, mit der du vor dem Notartermin noch reagieren kannst.

Fehlende Dokumente sind kein Grund, den Kauf sofort zu verwerfen. Oft reicht eine klare Lückenliste, um gezielt nachzufassen und die offenen Punkte zu schließen. Wichtig ist nur, dass du nicht auf Gefühl oder mündliche Zusagen vertraust, wenn die Unterlagen etwas anderes nahelegen.

Am stärksten ist die Prüfung dann, wenn du sie wie eine Abfolge liest. Erst die Grundlagen in Teilungserklärung und Grundbuch, dann die Gemeinschaft, dann die Kosten, dann die Sanierungsrisiken, danach Energie, Miete, Bauzustand, Fläche und Marktwert. So wird aus einer losen Datensammlung ein belastbarer Prüfpfad, der im Zweifel auch vor dem Notar standhält.

Wer dabei sorgfältig bleibt, verhandelt nicht gegen den Verkäufer, sondern gegen das Risiko. Genau das ist der Unterschied zwischen einer Wohnung, die nur gut aussieht, und einer Wohnung, die auch in ein paar Jahren noch tragfähig ist.


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