Eigentumswohnung als Kapitalanlage: Rendite und Risiken
Eigentumswohnung als Kapitalanlage: So berechnen Sie die Rendite, erkennen Risiken und prüfen den Kauf mit einer Due-Diligence-Checkliste.
Ja, eine Eigentumswohnung kann sich als Kapitalanlage lohnen, sofern Kaufpreis, Miete und laufende Kosten zueinanderpassen. Ob sich der Kauf am Ende trägt, entscheidet sich an wenigen Stellschrauben und nicht am Bauchgefühl. Diese Stellschrauben gehen wir im Folgenden Schritt für Schritt durch.
Eine vermietete Wohnung wie ein kleines Unternehmen betrachten

Stellen Sie sich Ihre Wohnung wie einen kleinen Familienbetrieb vor. Sie bringt Miete ein, verursacht laufende Kosten und soll langfristig an Wert gewinnen.
Ob dieser Betrieb wirtschaftlich funktioniert, hängt vor allem von drei Fragen ab:
- Wie hoch ist die laufende Rendite?
- Welche Risiken stecken in Lage und Objekt?
- Welche Unterlagen belegen die Zahlen?
Wer diese drei Fragen ehrlich beantwortet, merkt früh, ob ein Angebot wirklich zu den eigenen Zielen passt.
Chancen und Risiken einer Eigentumswohnung als Kapitalanlage auf einen Blick
Die folgende Übersicht stellt gegenüber, was für und was gegen den Kauf spricht.
| Aspekt | Chance | Risiko |
|---|---|---|
| Mietnachfrage | Stabile Nachfrage in wachsenden Regionen | Leerstand in schwachen Lagen |
| Rendite | Planbare Mieteinnahmen | Hausgeld und Nebenkosten schmälern den Ertrag |
| Wertentwicklung | Mögliche Wertsteigerung bei guter Lage | Stagnierende Preise im Umland |
| Steuern | Werbungskosten senken die Steuerlast | Komplexe Regeln und die Spekulationsfrist |
| Objekt | Modernisierung kann den Wert heben | Sanierungsstau und hohe Sonderumlagen |
| Unterlagen | Transparenz bei sauberer Prüfung | Versteckte Lasten wie ein Erbbaurecht |
Merksatz: Eine Eigentumswohnung lohnt sich vor allem dann, wenn die Miete den Kaufpreis und die laufenden Kosten sauber trägt.
Die Tabelle zeigt deutlich, dass Chance und Risiko oft nah beieinanderliegen. Wer die Rendite nachrechnet, Lage und Objekt genau prüft und vollständige Unterlagen verlangt, verkleinert das Risiko spürbar.
Welche Kapitel für Sie besonders wichtig sind
Je nach Ausgangslage lohnen sich unterschiedliche Abschnitte besonders:
- Einsteiger finden im Renditeteil das passende Rechenwerkzeug.
- Standortvergleicher prüfen zuerst Lage und Objektmerkmale.
- Käufer vor dem Notartermin arbeiten mit der Due-Diligence-Checkliste.
Am Ende haben Sie eine klare Einordnung und wissen, welche Abschnitte für Ihre Situation zählen. Rechnen Sie jede Kennzahl mit eigenen, realistischen Zahlen nach, bevor Sie ernsthaft handeln.
Warum die Mietnachfrage den Wohnungsmarkt stützt
Viele Menschen in Deutschland wohnen zur Miete, und der Grund ist meist unspektakulär. Eigentum ist teuer. Für viele Haushalte bleibt der Kauf auf lange Sicht ein Wunsch ohne realistische Umsetzung.
Genau darauf setzen Vermieter. Stellen Sie sich den Wohnungsmarkt wie einen Marktplatz vor. Wenn viele Suchende auf ein knappes Angebot treffen, finden Vermieter in der Regel schnell einen passenden Mieter.
Ein Marktplatz mit wenig Angebot
Die Logik dahinter ist simpel. Je größer der Andrang und je kleiner das Angebot, desto geringer das Risiko, dass eine Wohnung monatelang leer steht.
Besonders deutlich spürt man diesen Effekt in Städten mit Wohnungsknappheit.
Doch wie angespannt ist der Mietmarkt tatsächlich? Ein Blick auf die Eigentümerquote gibt Aufschluss.
Wie sich die Eigentümerquote entwickelt hat
Die Eigentümerquote, also der Anteil der Haushalte, die in den eigenen vier Wänden leben, lag 2022 bei 44,3 %. Im Jahr 2011 waren es 45,9 %. In Regionen mit hoher Nachfrage kann eine vermietete Eigentumswohnung von dieser Mieterschaft stabil profitieren. Den vollständigen Vergleich finden Sie bei Destatis zu Eigentumsquoten.
Diese Zahl hat allerdings einen Haken. Sie erfasst nur selbst genutzte Wohnungen und verrät nichts darüber, wie gut eine einzelne vermietete Wohnung läuft.
Merksatz: Marktdaten zeigen den Rahmen, garantieren aber keinen Erfolg beim eigenen Kauf.
Ob Ihre Wohnung Mieter findet, hängt stark von Lage und Objekt ab. Der Markt liefert die Kulisse. Das Ergebnis entscheidet Ihr konkretes Objekt.
Welche Regionen stabile Nachfrage bieten
Am beständigsten ist die Nachfrage dort, wo Arbeitsplätze, Hochschulen und eine wachsende Bevölkerung zusammenkommen. Solche Standorte ziehen Berufseinsteiger, Pendler und Studierende an, die häufig zur Miete wohnen.
- Beschäftigung: Viele Arbeitgeber schaffen ein Umfeld, in dem dauerhaft Bedarf an Mietwohnungen besteht.
- Hochschulen: Studierende und Lehrende suchen laufend nach Wohnraum.
- Bevölkerungswachstum: Jeder zusätzliche Haushalt erhöht die Nachfrage.
Wer diese Faktoren kennt, kann besser einschätzen, ob ein Standort Mieter anzieht. Nehmen wir eine Wohnung nahe einer Universität in einer wachsenden Stadt. Sie hat meist deutlich bessere Chancen als ein Objekt in einer schrumpfenden Gemeinde.
Marktdaten als Rahmen nutzen
Marktdaten sind ein Startpunkt, aber kein Versprechen. Entscheidend ist am Ende, ob Mietniveau und Nachfrage vor Ort zu Ihrer Rechnung passen.
Prüfen Sie deshalb jede Angabe am konkreten Objekt, bevor Sie einen Kaufpreis festlegen. Besonders wichtig sind:
- Mietniveau vergleichbarer Wohnungen vor Ort
- Leerstand im eigenen Quartier
- Nachfrage nach Wohnraum im Umfeld
Auch das Risiko ausbleibender Mieten gehört in diese Betrachtung, wie der Ratgeber zum Mietausfallwagnis zeigt.
Renditeberechnung für Eigentumswohnungen Schritt für Schritt

Rendite klingt zunächst nach Fachchinesisch, dabei reicht eine einzige Division. Ähnlich wie beim Sparbuch interessiert eigentlich nur eine Frage: Wie viel Ertrag kommt im Verhältnis zu dem Geld zurück, das Sie eingesetzt haben?
Die Bruttomietrendite als Einstieg
Die Bruttomietrendite setzt die Jahreskaltmiete ins Verhältnis zum Kaufpreis. Wenn Sie mehrere Angebote nebeneinanderlegen, ist sie der schnellste Weg, sie vergleichbar zu machen.
Ein Beispiel verdeutlicht das. Eine Wohnung kostet 200.000 Euro und bringt 800 Euro kalt im Monat. Das macht im Jahr 9.600 Euro.
Rechnung: 9.600 Euro Jahresmiete geteilt durch 200.000 Euro Kaufpreis, mal 100, ergibt 4,8 Prozent Bruttomietrendite.
Der Haken liegt darin, dass die Bruttorendite sämtliche Kosten ausblendet. Sie zeigt den Rohertrag, aber nicht, was am Monatsende tatsächlich übrig bleibt.
Der Kaufpreisfaktor und seine Wirkung
Viele Exposés nennen gar keine Rendite, sondern den Kaufpreisfaktor. Dieser teilt den Kaufpreis durch die Jahresnettokaltmiete. Je kleiner die Zahl, desto günstiger ist der Einstieg.
Die gute Nachricht: Der Faktor lässt sich unkompliziert in Rendite umrechnen. Man dreht einfach die Logik um. Bei einem Faktor von 23 liegt die Bruttomietrendite rechnerisch bei etwa 4,35 Prozent, bei Faktor 27 sind es nur noch etwa 3,70 Prozent.
Wie stark sich der Faktor auf die Rendite auswirkt, zeigt die folgende Übersicht. Sie macht sichtbar, dass schon wenige Punkte mehr beim Faktor die Rendite spürbar drücken.
Zusammenhang zwischen Kaufpreisfaktor und Bruttomietrendite
| Kaufpreisfaktor | Ungefähre Bruttomietrendite | Einordnung |
|---|---|---|
| 20 | 5,00 % | Attraktiv, oft in schwächeren Lagen |
| 23 | 4,35 % | Ausgewogen für viele Standorte |
| 25 | 4,00 % | Solide, abhängig von Lage und Zustand |
| 27 | 3,70 % | Ambitioniert, Wertsteigerung muss tragen |
| 30 | 3,33 % | Anspruchsvoll, Rendite stark von Preisanstieg abhängig |
Die Rendite sinkt also Schritt für Schritt, und ab einem Faktor um 25 wird der Spielraum für Fehler merklich kleiner.
Im Alltag heißt das: Liegt ein Angebot bei Faktor 27, sollten Sie genau hinsehen. Lage und Mietniveau müssen eine künftige Wertsteigerung tragen können, sonst bleibt wenig Polster.
Warum steigen die Faktoren überhaupt? Die Antwort ist einfach. Zwischen 1996 und 2025 kletterten die Preise für Eigentumswohnungen bundesweit um 116 Prozent, die Mieten dagegen nur um rund 70 Prozent. Wenn Kaufpreise schneller wachsen als Mieten, wird die Rendite zwangsläufig schmaler.
Mehr dazu bei DIW zur Entwicklung von Immobilienpreisen und Mieten
Von der Bruttorendite zur Nettorendite
Die Nettorendite zieht alle laufenden Kosten ab. Erst mit dieser Zahl erkennen Sie, was tatsächlich bei Ihnen ankommt.
Vertiefend erklären wir das in unserem Ratgeber zur Nettomietrendite im Detail.
Vor allem diese Posten drücken das Ergebnis:
- Hausgeld: Nicht umlagefähige Anteile tragen Sie allein.
- Verwaltung: Das Honorar des Hausverwalters und weitere Verwaltungskosten.
- Instandhaltungsrücklage: Geld für künftige Reparaturen und Modernisierungen.
- Finanzierungszinsen: Die Zinsen für Ihr Darlehen.
- Kaufnebenkosten: Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch.
Ein Rechenbeispiel zeigt, wie groß der Unterschied sein kann. Bleiben von den 9.600 Euro Jahresmiete nach Hausgeldanteilen, Verwaltung und Rücklage nur etwa 6.000 Euro, entspricht das rund 3 Prozent. Dabei sind die Zinsen und Nebenkosten noch gar nicht abgezogen.
Schritt für Schritt zur eigenen Rechnung
Bevor Sie dem Verkäufer eine Zahl nennen, sollten Sie diese Reihenfolge abarbeiten. Notieren Sie jede Zahl zusammen mit ihrer Quelle, dann wird die Rechnung nachvollziehbar.
- Ist-Miete prüfen: Verwenden Sie die tatsächlichen Mieten aus der Mieterliste, nicht Wunschwerte.
- Nicht umlagefähige Kosten abziehen: Trennen Sie Hausgeldanteile und Verwaltung vom Rohertrag.
- Rücklage einplanen: Setzen Sie einen realistischen Betrag für Instandhaltung an.
- Zinsen berücksichtigen: Rechnen Sie die Zinskosten aus Ihrem Darlehen ein.
- Nebenkosten verteilen: Schlagen Sie die Kaufnebenkosten auf die Investitionssumme auf.
Merksatz: Wer die Nettorendite kennt, kann dem Verkäufer eine begründete Zahl nennen.
Die Rechnung ist in wenigen Minuten erledigt, erspart Ihnen aber später viel Ärger. Wer nur auf die Bruttorendite schaut, erlebt die böse Überraschung oft erst nach dem Notartermin.
Lage und Objektmerkmale richtig einschätzen

Keine Wohnung steht für sich allein. Sie liegt immer in einem Viertel mit eigener Geschichte, mit Nachbarn, Verkehrswegen und Zukunftsplänen. Genau dieses Umfeld wirkt sich auf die Rendite oft stärker aus, als viele Käufer zunächst annehmen.
Warum der Standort die Miete bestimmt
Mieten und Kaufpreise entwickeln sich in vielen Städten nicht im Gleichschritt. Wer nur auf den Preis schaut, übersieht deshalb oft die eigentliche Bewegung.
Im Jahr 2025 stiegen die Nettokaltmieten bundesweit um etwa 4 %. Bei Bestands-Eigentumswohnungen mittlerer Lage lag das Plus dagegen nur bei etwa 0,2 %. Ein Objekt kann also an Ertrag gewinnen, auch wenn sein Kaufpreis kaum vom Fleck kommt. Mehr zur Entwicklung von Mieten und Wohnungspreisen beim DIW
Ein Beispiel macht das greifbar. Stellen Sie sich zwei gleich große Wohnungen vor: Die eine liegt fußläufig zur Innenstadt, die andere eine halbe Stunde entfernt im Umland. Bei der ersten lässt sich die Miete mit der Zeit spürbar anheben. Bei der zweiten tut sich kaum etwas.
Die richtigen Fragen zur Lage stellen
Vor dem Kauf lohnt es sich, vier Punkte genauer unter die Lupe zu nehmen:
- Leerstandsquote: Wie viele Wohnungen im Quartier stehen länger leer?
- Verkehrsanbindung: Wie schnell erreichen Mieter Arbeitsplätze, Hochschulen und Bahnhöfe?
- Geplante Infrastruktur: Entstehen neue Schulen, Linien oder Grünflächen?
- Mietniveau: Welche Miete verlangen vergleichbare Wohnungen in der Umgebung?
Am aussagekräftigsten sind meist nicht die Verkaufsunterlagen, sondern lokale Makler, Stadtentwicklungspläne und aktuelle Inserate. Ein einzelnes Verkaufsgespräch zeichnet naturgemäß ein freundlicheres Bild.
Objektmerkmale für Wert und Vermietbarkeit prüfen
Die Lage ist nur die halbe Miete. Auch das Objekt selbst entscheidet darüber, wie viel Ertrag am Ende übrig bleibt. Die folgenden Merkmale verdienen einen zweiten, sehr genauen Blick.
| Merkmal | Warum es zählt |
|---|---|
| Baujahr | Verrät Bausubstanz und Haustechnik |
| Grundriss | Gut geschnittene Räume lassen sich leichter vermieten |
| Zustand | Sanierungsstau kostet später Geld und Mieter |
| Energieeffizienz | Beeinflusst Nebenkosten und mögliche Modernisierungspflichten |
| Wohnfläche | Bestimmt Zielgruppe und realistische Mietspanne |
| Verwaltung | Hält Kosten und Rücklagen im Blick |
Der Grundriss klingt zunächst nebensächlich. In der Praxis entscheidet er aber oft über die Vermietbarkeit. Ein winziges Bad oder ein dunkler Flur schrecken viele Mieter ab, selbst wenn die Quadratmeterzahl stimmt.
Die Hausverwaltung als unterschätzter Faktor
Im Alltag ist die Verwaltung das Gesicht des Gebäudes. Sie plant Instandhaltungen, rechnet das Hausgeld ab und setzt die Beschlüsse der Eigentümer um. Ein Blick in die Protokolle der Eigentümerversammlungen verrät schnell, ob Probleme gelöst oder nur verschoben werden.
Merksatz: Eine gute Lage rettet kein vernachlässigtes Gebäude, und ein gepflegtes Haus hilft wenig, wenn der Standort schwächelt.
Die wichtigsten Prüfpunkte im Überblick
- Lage: Stabile Nachfrage und steigende Mieten im Quartier
- Zustand: Ein gepflegtes Gebäude ohne Sanierungsstau
- Energieeffizienz: Niedriger Verbrauch und klare Modernisierungspläne
- Grundriss: Eine praktische Aufteilung, die viele Zielgruppen anspricht
- Verwaltung: Transparente Abrechnungen und solide Rücklagen
Wer diese Punkte systematisch durchgeht, erkennt früh, ob ein Objekt Wertstabilität bietet. Genau dieses Ergebnis fließt später direkt in Ihre Renditerechnung ein.
Steuerliche Aspekte beim Kauf zur Vermietung
Am Ende zählt nicht die Miete, die auf dem Papier steht, sondern das, was nach dem Finanzamt übrig bleibt. Deshalb lohnt es sich, die Grundlogik zu kennen, bevor Sie den Kaufvertrag unterschreiben.
Vermietung als Einkunftsart
Für das Finanzamt sind Mieteinnahmen Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Stellen Sie sich das wie einen kleinen Betrieb vor: Auf der einen Seite stehen die Einnahmen, auf der anderen die Ausgaben, und beides wird miteinander verrechnet.
Was dabei übrig bleibt, ist der steuerlich relevante Überschuss. Nur auf diesen Betrag fällt am Ende Steuer an.
Diese Kosten dürfen Sie absetzen
Werbungskosten mindern Ihr zu versteuerndes Einkommen. Typische Beispiele sind:
- Schuldzinsen für das Darlehen, mit dem Sie die Wohnung finanziert haben
- Verwaltungskosten, etwa das Honorar des Hausverwalters
- Instandhaltung und Reparaturen am Gebäude
- Hausgeldanteile, die nicht auf die Mieter umlagefähig sind
Wichtig: Abzugsfähig ist nur, was mit der Vermietung zusammenhängt. Wohnen Sie selbst in der Immobilie, zählt das nicht dazu.
Abschreibung und Grunderwerbsteuer
Auch ein Gebäude nutzt sich mit den Jahren ab. Das Finanzamt erkennt diesen Wertverlust über die Absetzung für Abnutzung (AfA) an. Bei Wohngebäuden liegt der Satz meist bei 2 % des Gebäudeanteils pro Jahr.
Der Kaufpreis für den Grund und Boden lässt sich dagegen nicht abschreiben. Deshalb müssen Sie ihn vom Gesamtpreis trennen. Dafür hilft meist die Aufteilung im Kaufvertrag oder ein Wertgutachten.
Beim Kauf kommt außerdem die Grunderwerbsteuer hinzu. Sie liegt je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 % des Kaufpreises. Rechnen wir ein Beispiel: Bei 200.000 Euro Kaufpreis sind das 13.000 Euro, die Sie zusätzlich einplanen sollten.
Die Spekulationsfrist im Blick behalten
Wer die Wohnung später wieder verkauft, sollte die Spekulationsfrist kennen. Innerhalb von zehn Jahren nach dem Kauf ist ein Gewinn grundsätzlich steuerpflichtig.
Nach Ablauf dieser Frist bleibt ein Verkaufsgewinn in der Regel steuerfrei. Eine Ausnahme gilt, wenn Sie die Wohnung im Verkaufsjahr und in den zwei Vorjahren selbst bewohnt haben.
Fragen für das Gespräch mit dem Steuerberater
Steuerliche Details hängen stark von Ihrem Einkommen und Ihrer Finanzierung ab. Bevor Sie kaufen, sollten Sie diese Punkte klären:
- Wie wirken sich Mieteinnahmen auf meinen Steuersatz aus?
- Welcher Anteil des Kaufpreises entfällt auf das Gebäude?
- Wie verändert sich die Rechnung bei einer Finanzierung mit hohen Zinsen?
- Welche Folgen hat ein Verkauf innerhalb der Spekulationsfrist?
Ein Steuerberater kann diese Fragen mit Ihren echten Zahlen durchrechnen. Das bringt meist mehr als jede Faustformel.
Due-Diligence-Checkliste für den Ankauf

Eine Renditeberechnung steht und fällt mit den Unterlagen, auf denen sie beruht. Wer mit lückenhaften Zahlen rechnet, plant am Ende für ein Objekt, das so vielleicht gar nicht existiert.
Man kann sich den Datenraum wie eine Krankenakte des Gebäudes vorstellen. Fehlt ein Blatt, bleibt die Diagnose trotzdem bestehen, nur kennt sie dann niemand.
Welche Dokumente wirklich zählen, zeigt die folgende Tabelle. Sie sortiert die Unterlagen danach, wie stark sie den Kaufpreis und die laufenden Kosten beeinflussen können.
Wichtige Unterlagen vor dem Notartermin
| Unterlage | Einstufung | Warum prüfen |
|---|---|---|
| Teilungserklärung | Unverzichtbar | Regelt Sondereigentum, Gemeinschaftseigentum und Kostenverteilung |
| Grundbuchauszug | Unverzichtbar | Zeigt Grundschulden, Wegerechte und Erbbaurechte |
| Mietverträge | Unverzichtbar | Belegen Miethöhe, Laufzeit und Sonderregeln |
| Mieterliste | Unverzichtbar | Muss mit den Verträgen übereinstimmen |
| Hausgeldabrechnungen | Unverzichtbar | Zeigen die tatsächlichen Kosten der letzten Jahre |
| Protokolle der Eigentümerversammlung | Unverzichtbar | Verraten beschlossene Sanierungen und Sonderumlagen |
| Wirtschaftsplan | Empfohlen | Gibt einen Ausblick auf künftige Kosten |
| Energieausweis | Unverzichtbar | Bewertet Energieeffizienz und Heizkosten |
Gerade wenn die Zeit knapp ist, hilft eine feste Reihenfolge. Beginnen Sie mit Grundbuch und Teilungserklärung. Danach folgen die Finanzunterlagen und die Mietdaten.
Praxisbeispiel aus einem Mehrfamilienhaus in Leipzig
In der Lindenallee in Leipzig stehen zwölf Wohneinheiten in einem Gebäude aus dem Jahr 1912. Im Exposé stand davon kaum etwas. Erst der Abgleich der Unterlagen brachte drei Auffälligkeiten ans Licht:
- Erbbaurecht: Das Grundstück ist bis 2071 an ein Erbbaurecht gebunden. Der jährliche Erbbauzins liegt bei 6.840 Euro.
- Sonderumlage: Eine beschlossene Sonderumlage von 40.000 Euro tauchte in keiner Hausgeldabrechnung auf.
- Mietabweichung: Die Ist-Miete lag bei 61.560 Euro im Jahr, die Soll-Miete bei 71.600 Euro.
Ohne den Abgleich wären alle drei Punkte wohl erst nach dem Kauf aufgefallen.
Merksatz: Ein Erbbaurecht oder eine Sonderumlage verändert die Rechnung spürbar, auch wenn das Exposé schweigt.
Aus solchen Abweichungen ergeben sich konkrete Fragen. Wer sie vor dem Notartermin stellt, bringt Klarheit in die Verhandlung.
Fragen, die Sie dem Verkäufer stellen sollten
- Wer trägt die beschlossene Sonderumlage?
- Liegt der aktuelle Erbbauvertrag mit dem gültigen Erbbauzins vor?
- Wird die Grundschuld bei der Übertragung gelöscht?
Wie Leverage die Prüfung unterstützt
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Er kennzeichnet außerdem Widersprüche und rechnet deren Auswirkungen auf den Kaufpreisfaktor nach. Jede Feststellung ist mit Quelle und Seitenangabe belegt. So können Sie jeden Punkt direkt im Dokument nachprüfen.
Welche Prüfperspektive zu Ihrem Vorhaben passt, erklärt Buy-Side und Sell-Side Due Diligence im Vergleich ausführlich.
Ihre Checkliste vor dem Notartermin
Mit diesen Punkten lässt sich die Prüfung selbst strukturieren. Haken Sie jeden Punkt erst ab, wenn Sie das Dokument tatsächlich gesehen haben.
- Grundbuch: Eigentumsverhältnisse, Belastungen und Löschungen prüfen.
- Hausgeld: Abrechnungen der letzten drei Jahre auf Auffälligkeiten durchsehen.
- Mieten: Mieterliste und Mietverträge Zeile für Zeile abgleichen.
- Protokolle: Beschlüsse zu Sanierungen und Umlagen notieren.
- Energie: Energieausweis auf Gültigkeit und Kennwerte prüfen.
Drucken Sie die Liste aus oder legen Sie sie digital an. Der Aufwand lohnt sich, denn jede Unstimmigkeit kann in den Kaufpreis oder in die Vertragsklauseln einfließen. Wer Lücken früh erkennt, verhandelt sicherer und erzielt oft das bessere Ergebnis.
Häufige Fragen zur Eigentumswohnung als Kapitalanlage
Nach der Lektüre bleiben meist noch ein paar Fragen offen. Drei davon greifen wir hier kurz auf.
Welche Mindestrendite ist sinnvoll?
Eine feste Zahl, die für alle passt, gibt es nicht. Als grobe Richtschnur hört man aber oft eine Nettorendite von drei Prozent oder mehr. Wichtiger ist, wie sich diese Zahl zu Ihren Finanzierungskosten und Ihrer persönlichen Risikobereitschaft verhält.
Viele Käufer stellen ihre Wohnung neben Alternativen wie Tagesgeld oder Staatsanleihen. So wird schnell sichtbar, ob sich das zusätzliche Risiko einer Immobilie tatsächlich auszahlt.
Wie viel Eigenkapital braucht man?
Als Faustregel gelten 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises. Dazu kommen die Kaufnebenkosten von etwa 10 bis 15 Prozent, die Sie in der Regel aus eigener Tasche zahlen sollten.
Jeder Euro, den Sie selbst einbringen, verkleinert das Darlehen und senkt die Zinslast. Bei 200.000 Euro Kaufpreis sprechen wir also von rund 40.000 bis 60.000 Euro Eigenkapital, plus einen Puffer obendrauf.
Merksatz: Eigenkapital deckt nicht nur den Einstieg, sondern auch Leerstand und Reparaturen ab.
Wie wirkt sich das Hausgeld aus?
Das Hausgeld überweisen Sie jeden Monat an die Eigentümergemeinschaft. Davon lässt sich nur der umlagefähige Teil an die Mieter weitergeben. Den Rest tragen Sie selbst, und er schmälert Ihre Rendite direkt.
Ein Rechenbeispiel macht das greifbar: Bei 150 Euro Hausgeld und 60 Euro nicht umlagefähigem Anteil fehlen Ihnen im Jahr 720 Euro. Deshalb lohnt es sich, die Hausgeldabrechnungen der letzten drei Jahre genau anzusehen.
Bruttomiete und Nettorendite im Vergleich
Die Bruttomiete ist die Summe aller Mieteinnahmen, bevor irgendetwas abgezogen wird. Die Nettorendite geht einen Schritt weiter und zieht Hausgeld, Verwaltungskosten, Rücklagen und Zinsen ab.
Nur diese Zahl verrät, was am Jahresende wirklich auf Ihrem Konto landet.
Faustregel: Ohne Nettorendite lässt sich kein Angebot seriös vergleichen.
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